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Konflager 2.-5. November 2011 auf dem Uetliberg bei Zürich

Das Pfadiheim Uetliberg, ein altes Bauernhaus, erreicht man von der Endstation des Uetliberg-Bähnlis aus mit einem Fussmarsch von etwa 20 Minuten. Nach Ankunft galt es stets zuerst, den Kachelofen einzuheizen. Für die einen wurde bald das Holzhacken zur Lieblingsbeschäftigung, für die anderen die warme Ofenbank zum Lieblingsplätzchen.

Hier oben auf dem Hausberg von Zürich genossen wir den Prachtsherbst. Hier hatten wir noch spätabends vom Aussichtsturm aus eine grandiose Sicht auf Zürich by night. Tagsüber bewegten wir uns in und um Zürich, wandelten auf Zwinglis Spuren durch Landesmuseum und Grossmünster und führten ein eindrückliches Gespräch mit einem Pfarrer der Flughafenkirche in Kloten. Die grosse Attraktion für die Jugendlichen war aber wohl ein Stand einer Gesundheitsmesse 50+ in der Zürcher Bahnhofhalle, wo Kaffee der Marke Tassimo umsonst zu haben war – ja, die Werbeindustrie: auch sie kann man in Zürich besonders gut kennenlernen.
Dass das Menü des letzten Abends Rösti und Bratwürste hiess und nicht etwa Zürcher Geschnetzeltes, war kein Versuch, die bernische Identität im Exil aufrechtzuerhalten, sondern geschah in Erinnerung an das legendäre Wurstessen beim Zürcher Buchdrucker Froschauer, wo in der Fastenzeit des Jahres 1522 reformatorisch gesinnte Freunde Zwinglis als Provokation Würste assen, was ein Auslöser der Zürcher Reformation wurde. Solche Details werden wohl wieder vergessen gehen. Die Erinnerungen an eine gute Zeit auf dem Uetliberg mögen bleiben.

Pfrn. Christine Rosin

Danke für die Kuh, Kinder

Gross war die Überraschung am VorHeiligAbendMahl im Pfrundhaus, als Thomas Flury vom Buchsacher einen Plastiksack mit Geld drin holte und mir übergab.

Etwa sieben Wochenenden im vergangenen Jahr haben Kinder Backwaren, Züpfetierli und Erdbeeren/Kirschen gesammelt, verpackt, geformt und gebacken und dann vor dem Müller-Volg einen Stand gebaut und es verkauft.

Sie haben das nicht für ihr Sackgeld gemacht. Sie haben viele Stunden ihrer Freizeit eingesetzt, um Kindern zu helfen, denen es nicht gut geht. Für ein Waisenhaus im Kashmir zum Beispiel. Und im Dezember dann, damit sie für eine Kuh sparen können. Eine Kuh, die trächtig ist, die bald kalbern wird. Diese Kuh kostet 320 Franken, wenn man sie beim HEKS kauft. Das ist viel günstiger als hier. Aber die Kuh kommt auch nicht zu den Kindern, die hier für sie gebacken, gearbeitet, verkauft haben. Sie kommt nach Indien zu einer ganz armen Familie. Sie wird dort Milch geben, wenn das Kalb etwas grösser ist, bleibt es bei der Familie.

Liebe Annina, Cristina, Matthieu und Fabrice, ich danke euch herzlich für die Kuh.
Ich danke Euch für dieses liebe, grosse und wunderschöne Geschenk, das ihr auf Weihnachten für eine Familie weit weg von hier parat gemacht habt.
Und ich grüsse Eure Eltern, die Euch unterstützt haben, Eure Freunde und die Eltern Eurer Freunde, die bei andern Sammelaktionen in Kirchlindach mitgemacht haben.

Pfr. Michael Graf

Zum Gedenken

Rosmarie Klemke-Marti
Mai 1926 bis Dezember 2011

Als Tochter von Auslandschweizern wurde Rosmarie Marti im Allgäu geboren und verbrachte dort eine behütete Kindheit und Jugend in einem kleinen Weiler zusammen mit drei Geschwistern. Ihren Eltern war es prinzipiell wichtig, dass der Kontakt zur Heimat stark blieb, die Umstände in Deutschland kamen noch dazu, und so verbrachte Rosmarie viele Ferienwochen in der Heimat ihrer Eltern und kam als junge Erwachsene zurück in die Schweiz und blieb hier. Mit Hans Klemke fand sie einen Mann, der mit ihr durchs Leben ging und mit dem sie glücklich war. Zwei Söhne und 6 Enkelkinder kamen zur Welt; Rosmarie und Hans bauten ihr Ferienheimetli am Neuenburgersee auf und wagten mit der Pensionierung den Wegzug von Bern und einen Neuanfang in Kirchlindach, im Stöckli neben ihrem jüngern Sohn. Rosmarie und Hans konnten gut zehn Jahre zusammen diesen letzten gemeinsamen Abschnitt geniessen. Nach dem Tod ihres Mannes war es für Rosmarie nicht einfach, wieder Tritt zu fassen. Aber sie schaffte es, mit ihrer eigenen Kraft und weil sie sich auf ihre Familie verlassen konnte und viele Bekannte im Dorf gefunden hatte, die sie und ihre bescheidene, ehrliche und offene Art schätzten.
Rosmarie Klemke hatte ganz spezielle Augen. Wenn man sie ansah, dann spürte man eine grosse Offenheit, eine zurückhaltende, aber grundehrliche Freundlichkeit in ihrem Blick. Sie war nicht der Mensch, der spontan auf andere zuging – aber wenn man auf sie zuging, fühlte man sich immer willkommen bei ihr. Rosmarie war ein lieber Mensch, bei dem es einem wohl war.
Die letzten zwei Jahre ihres Lebens verbrachte sie in der Bergsicht in Kirchlindach. Es ging ihr gesundheitlich nicht mehr sehr gut, aber gut genug, um sich über vieles freuen zu können, am meisten über den Kontakt mit ihrer Familie. Nicht nur diese wird sie und ihr feines, freundliches Lächeln vermissen.

Pfr. Michael Graf

Woher die Kirchgemeinde ihr Geld hat -
wofür sie Ihr Geld ausgibt

 

31.12.2011